Vedische Astrologie
Kundli
Auch bekannt als: KundliKundaliJanam KundliJanam KundaliJanma Kundalivedisches GeburtshoroskopGeburtshoroskop in der vedischen Astrologiebirth chart in Vedic astrologyJathakamजन्म कुंडली
Ein Kundli (Janam Kundali) ist das vedische Geburtshoroskop: eine Karte des Himmels für den genauen Moment und Ort der Geburt, berechnet im siderischen Tierkreis, mit dem Lagna, den zwölf Häusern und den Positionen der neun Grahas.
Das Wort Kundli geht auf das Sanskritwort kundali zurück, Kreis oder Windung. Janam Kundali heißt Geburtskarte. In Indien gehört sie zu den verbreitetsten astrologischen Dokumenten: Familien lassen sie oft bei der Geburt eines Kindes erstellen und ziehen sie später wieder heran, wenn es um Beruf, Umzug oder Heirat geht. Im westlichen Sprachgebrauch ist es ein Radix oder Geburtshoroskop, nur berechnet und gedeutet nach den Regeln des Jyotish, der vedischen Tradition.
Drei Angaben sind nötig: Datum, genaue Uhrzeit und Ort der Geburt. Daraus wird das Lagna bestimmt, das Zeichen, das in dieser Minute am östlichen Horizont aufsteigt. Das Lagna wird zum ersten Haus, die übrigen elf Häuser folgen Zeichen für Zeichen. Das ist das Ganzzeichen-Häusersystem, die klassische Methode des Jyotish, und genau diese Methode verwendet AstroSensus in seiner vedischen Ansicht. Weil das Lagna ungefähr alle zwei Stunden das Zeichen wechselt, kann schon ein Fehler von wenigen Minuten in der Geburtszeit das ganze Horoskop verschieben.
Ein Kundli wird im siderischen Tierkreis berechnet, der an den Fixsternen ausgerichtet ist und nicht am Frühlingspunkt. Den Unterschied zwischen beiden Tierkreisen nennt man Ayanamsa; er beträgt heute rund 24 Grad. AstroSensus nutzt das Lahiri-Ayanamsa, den in Indien eingeführten Standard. Deshalb stellen viele Menschen fest, dass ihre vedische Sonne oder ihr vedischer Mond ein Zeichen früher steht als im westlichen Horoskop.
Das Kundli enthält die neun Grahas: Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus, Saturn und die beiden Mondknoten Rahu und Ketu. Jeder steht in einem Zeichen (Rashi) und einem Haus (Bhava). Daneben nennt das Kundli das Mondzeichen, das im Jyotish eine zentrale Rolle spielt, und das Nakshatra des Mondes, eine der 27 Mondstationen. Das Mond-Nakshatra legt auch den Ausgangspunkt der Vimshottari-Dasha fest, der Abfolge planetarer Perioden über das Leben hinweg.
Gezeichnet wird das Kundli in mehreren Stilen. Das nordindische Horoskop ist eine Raute, in der die Häuser feststehen und die Zeichen wandern. Das südindische Horoskop ist ein quadratisches Raster mit festen Zeichen, in dem das Lagna markiert wird. Der ostindische Stil ist vor allem in Bengalen und Odisha verbreitet. Die Informationen sind dieselben, nur die Darstellung unterscheidet sich. Neben dem Hauptbild, dem Rashi-Chart oder D1, betrachten Astrologen Teilhoroskope, allen voran das Navamsa (D9).
Die Deutung beginnt meist beim Lagna und seinem Herrscher, dann folgen der Mond, die stärksten und schwächsten Grahas, die Yogas und die laufende Dasha. Ein Kundli beschreibt Neigungen, Stärken und Themen, die die Tradition mit bestimmten Stellungen verbindet. Es ist eine Sprache zum Nachdenken über sich selbst, kein festgelegtes Drehbuch eines Lebens.
Häufige Fragen
Was braucht man für ein Kundli?
Datum, genaue Uhrzeit und Ort der Geburt. Am wichtigsten ist die Uhrzeit, denn das Lagna wechselt ungefähr alle zwei Stunden das Zeichen und die Häuser hängen davon ab. Ohne verlässliche Geburtszeit lassen sich die Planeten in den Zeichen noch deuten, Häuser und Lagna bleiben aber unsicher.
Was unterscheidet ein Kundli von einem westlichen Geburtshoroskop?
Beide zeigen den Himmel im Moment der Geburt, aber ein Kundli nutzt den siderischen Tierkreis mit Ayanamsa, Ganzzeichenhäuser ab dem Lagna, die neun Grahas einschließlich Rahu und Ketu, die Nakshatras und die Dasha-Perioden. Ein westliches Horoskop nutzt den tropischen Tierkreis, meist Placidus-Häuser und die äußeren Planeten. Beide Traditionen liest man am besten getrennt.
Warum steht mein Zeichen im Kundli woanders?
Der siderische Tierkreis der vedischen Astrologie liegt heute etwa 24 Grad hinter dem tropischen Tierkreis der westlichen Astrologie. Steht ein Planet in den ersten rund 24 Grad eines tropischen Zeichens, fällt er im Kundli ins vorherige Zeichen. Keines der beiden Ergebnisse ist falsch; sie stammen aus zwei verschiedenen Bezugssystemen.